Ich war immer diejenige, die für alle da war. Wenn jemand Hilfe brauchte, sprang ich ein. Wenn irgendwo ein Problem auftauchte, fühlte ich mich zuständig. Lange Zeit hielt ich das für eine Stärke. Irgendwann merkte ich jedoch, dass ich immer erschöpfter wurde. Während der Begleitung wurde mir bewusst, wie oft ich Verantwortung übernahm, die eigentlich gar nicht meine war. Diese Erkenntnis war nicht immer angenehm. Gleichzeitig war sie unglaublich befreiend. Zum ersten Mal begann ich zu unterscheiden, was wirklich zu mir gehört und was ich einfach jahrelang mitgetragen hatte. Heute helfe ich immer noch gerne. Aber ich habe gelernt, dass ich nicht jede Last mittragen muss, nur weil ich sie sehe.
