Über viele Jahre hatte ich das Gefühl, beobachtet zu werden. Oft war ich überzeugt, dass da etwas oder jemand auf mich einwirkt. Das hat mir Angst gemacht und viel Energie gekostet. Während der Begleitung begann ich mich selbst genauer zu beobachten. Dabei wurde mir bewusst, wie aufmerksam und wachsam ich selbst durchs Leben gehe. Ich nehme unglaublich viel wahr, beobachte Menschen, Stimmungen und Situationen oft bis ins kleinste Detail. Irgendwann traf mich die Erkenntnis wie ein Blitz: Das Gefühl, beobachtet zu werden, war in gewisser Weise auch ein Spiegel meiner eigenen Art, die Welt wahrzunehmen. Diese Einsicht hat nicht alles sofort verändert. Aber sie hat mir einen völlig neuen Blick auf mein Erleben geschenkt. Die Angst wurde weniger und ich konnte vieles entspannter betrachten. Heute fühle ich mich deutlich freier und habe verstanden, dass nicht hinter jedem unangenehmen Gefühl eine fremde Energie oder ein böser Einfluss stehen muss.
